Tusche war meine erste Maltechnik – und bis heute ist sie mir treu geblieben. Vielleicht fasziniert mich gerade ihre Vieldeutigkeit. Die Möglichkeiten der Tusche sind nahezu unerschöpflich. Sie kann fein und zart sein oder kraftvoll und kompromisslos. Wer mit Tusche arbeitet, muss bereit sein, einen Teil der Kontrolle loszulassen. Das verlangt Mut – ähnlich wie die Aquarellmalerei.
Im Französischen bedeutet „Touché!“ so viel wie „Treffer!“ oder „Berührt!“. Ein schönes Wortspiel, denn genau das sollte Kunst sein: Sie sollte treffen und berühren.
Jeder Tuschestrich ist eine Entscheidung. Und manchmal ist gerade der vermeintliche Fehler der Anfang einer neuen Bildidee. Vielleicht trifft dieses Wortspiel die eigentliche Bedeutung dieser Technik: ein Moment, der trifft – den Künstler ebenso wie den Betrachter.